Finde deinen Energiedieb in 2 Minuten und zieh ihm den Stecker.
Dein Ergebnis steht fest. Sag mir, wohin ich es schicken soll, dann zeig ich es dir sofort und du bekommst es zusätzlich in dein Postfach.
Beim Abendessen hat er wieder diesen einen Satz über deine Art, die Kinder zu erziehen, fallen lassen. Du hast gelächelt und nichts gesagt, weil du keine Lust auf Streit hattest.
Um halb drei liegst du wach, spielst den Satz zehnmal durch, findest jetzt erst die Antwort, die du hättest sagen sollen. Die Wut sitzt dir immer noch im Hals, wo du sie runtergeschluckt hast.
Er hat entschieden, wohin es am Wochenende geht, was es zu essen gibt, wann die Freunde kommen. Du hast überall Ja gesagt, weil's ja auch okay war.
Und dann fragst du dich plötzlich: Was wollte ich mal wirklich? Wann hab ich zuletzt etwas entschieden, nur weil ich's wollte, nicht weil's gerade gepasst hat?
Er hat nachts nach dir gegriffen, und du hast dich schlafend gestellt. Nicht weil du ihn nicht liebst, sondern weil keine Kraft mehr da war, keine Lust, kein Kontakt zu deinem eigenen Körper.
Danach liegst du wach und denkst: Seit wann fühl ich keine Lust mehr?
Das kostet dich mehr Kraft als jeder offene Streit. Nicht der Partner an sich raubt dir Energie. Es ist das Dauerprogramm, dich in der Beziehung kleiner zu machen, als du bist.
Sag einen einzigen Satz, den du sonst runterschluckst.
Ohne Vorrede, ohne Rechtfertigung hinterher.
Nur der Satz. Zum Beispiel: "Das will ich heute nicht mehr besprechen." Oder: "Lass mich heute bitte in Ruhe."
Fertig. Kein Nachschieben. Kein schlecht fühlen. Keine Rechtfertigung.
Und hab immer im Hinterkopf: Er ist nicht der einzige Mann auf dieser Welt.
Auch wenn du ihn liebst, spricht nichts dagegen, dir hin und wieder einen Lover zu nehmen.
Sexualität ist Frauengesundheit. Und kleine Geheimnisse tun Frauen richtig gut.
Die Schwiegermutter hat gefragt, ob du ihr auf dem Weg noch die Tabletten aus der Apotheke mitbringst. Du hast "klar, mach ich" gesagt, obwohl du um sechs schon fix und fertig warst.
Du hättest auch deinen Sohn fragen können, denkst du dir insgeheim.
Jetzt musst du morgen früh noch los, bevor du zur Arbeit fährst, und niemand weiß, wie viel dich das gerade kostet.
Die Familienfeier ist wieder komplett an dir hängen geblieben. Deine Schwester hat gefragt, ob du den Kuchen machst, du hast automatisch "ist schon alles geplant, mach ich" gesagt.
Nachts denkst du: Ich hätte sie doch machen lassen können.
Warum kann ich nicht ein einziges Mal etwas abgeben, ohne das Gefühl zu haben, dass es dann nicht richtig gemacht wird?
Beim Familienessen haben alle von ihrem Tag erzählt, du hast zugehört, nachgeschenkt, aufgeräumt. Niemand hat gefragt, wie es dir wirklich geht.
Du spürst dieses dumpfe Gefühl, wie ein Möbelstück im eigenen Leben zu sein: gebraucht, aber nicht gesehen.
Das Erschöpfende ist nicht die Arbeit selbst. Es ist, dass sie unsichtbar bleibt, bis sie fehlt. Und dann bist wieder du diejenige, die sich rechtfertigt.
Gib eine einzige Aufgabe komplett ab, ohne sie hinterher zu kontrollieren.
Wird sie anders erledigt als du es getan hättest? Wahrscheinlich. Wird die Familie trotzdem überleben? Garantiert.
Sag ganz klar und ruhig zu deiner Schwiegermutter, deiner Mutter, deinem Kind, deinem Partner…… NEIN.
Ohne Rechtfertigung, ohne schlechtes Gewissen.
Und wenn sich jemand beschwert, dann gehts auch deutlicher.
Nämlich: Cut the shit, und dann dreh dich um und geh. Das werden sie mit Sicherheit verstehen.
Du lieferst zuverlässig, denkst mit, springst ein, wenn es brennt. Und genau dafür wirst du seltener befördert als der Kollege, der lauter redet und weniger liefert.
Nach Feierabend läuft die Arbeit in deinem Kopf noch zwei Stunden weiter, während dein Chef schon längst beim Feierabendbier sitzt.
Was dich wirklich auslaugt, ist nicht die Arbeitsmenge. Es ist, dass Zuverlässigkeit für dich zur Falle geworden ist, aus der du dich nicht mehr rausnimmst.
Und dass du es Chef oder Kollegen erlaubst, dich respektlos zu behandeln.
Lass eine Mail nach Feierabend liegen. Ungelesen, bis morgen früh.
Erledige nur das, was zu deinem Arbeitsbereich gehört, auch wenn es dir schwer fällt. Mach pünktlichst Schluss und lass dir nicht in letzter Minute noch Arbeit aufbrummen.
Beobachte, was tatsächlich passiert. Meistens: nichts.
Du musst nicht härter werden. Du musst klarer werden.
Eine Frau, die ständig zusätzliche Arbeit übernimmt, Konflikte schluckt und respektloses Verhalten hinnimmt, bekommt im Arbeitsumfeld oft irgendwann genau diese Rolle zugeschrieben: Die macht das schon.
Probier mal folgenden Satz, wenn dich jemand mit Arbeit eindecken will: "Ja, ich kann das übernehmen. Was soll dafür von meiner bisherigen Arbeit warten?"
Und bei Respektlosigkeit: "So nicht." Ruhig. Ohne Drama. Ohne Schuldgefühl.
Und dann konsequent dabei bleiben. Fang nie an zu diskutieren.
Dein Handy! Du öffnest morgens als Erstes dein Handy und gehst abends damit ins Bett.
Dazwischen liegen Nachrichten, Meinungen von Fremden und Bilder von Frauen, deren Leben aussieht wie ein Werbespot. Du weißt genau, dass das meiste davon inszeniert ist.
Trotzdem bleibt danach dieses leise Gefühl: Ich müsste mehr sein, mehr schaffen, besser aussehen.
Du siehst einen Post von einer alten Freundin, die wieder malt, tanzt, irgendwas macht, nur weil es ihr Freude bringt. Ein Stich im Bauch.
Du fragst dich: Wann hab ich zuletzt etwas gemacht, das keinen Nutzen hatte, nur weil ich es wollte? Du weißt es nicht mehr.
Das Zermürbende daran ist nicht eine einzelne schlechte Nachricht. Es ist die Dauerberieselung, die dir keine Pause lässt, in der du nur du sein darfst, ohne Vergleich.
Schalte für zwei Stunden alle Benachrichtigungen aus. Nicht als Strafe, sondern als Testlauf.
Sei nicht immer und ständig für alle erreichbar. Die überleben auch ohne dich.
Merk dir, wie sich dein Kopf danach anfühlt. Sortier radikal aus.
Entfolge Accounts, die stressen. Verlass Gruppen, die dich nerven. Lösch Apps vom Handy.
Frag dich, was überhaupt wirklich auf deinen Teller gehört.
Du musst nicht lernen, mehr auszuhalten. Du darfst anfangen, weniger zu tragen.
Du rechnest im Kopf, bevor du überhaupt eingekauft hast. Du weißt auf den Cent genau, was noch geht und was nicht.
Trotzdem hast du ständig das Gefühl, es reicht nirgends. Nicht weil du schlecht wirtschaftest, sondern weil du gelernt hast, dass Geld für dich immer knapper sein muss als für andere.
Das Erschöpfende daran ist nicht die Zahl auf dem Konto. Es ist die Dauerspannung im Kopf, die nie abschaltet, egal wie viel oder wenig gerade da ist.
Du möchtest dich schon länger von deinem Partner trennen, hast jedoch Angst, dass du es finanziell alleine nicht schaffst.
Deine Kinder haben Forderungen, die du nicht erfüllen kannst, weil es sich oft nicht ausgeht.
Schau dir heute einmal ehrlich deinen Kontostand an. Ohne wegzuschauen, ohne schlechtes Gewissen.
Nur hinschauen, sonst nichts.
Und dann mach dir einen Plan, der auch deine Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigt.
Schreib dir deine kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Ziele auf. Materiell und immateriell.
Halt nichts zurück, auch wenn es unmöglich oder utopisch erscheint.
Du wirst dich wundern, welche Türen sich öffnen, wenn du es erstmal zu Papier gebracht hast.
Du fühlst mit, bei jeder Krise, jedem Konflikt, jeder schlechten Nachricht, die du im TV siehst, in der Zeitung liest oder die durch dein Handy läuft.
Wegschauen fühlt sich an wie Gleichgültigkeit, also schaust du weiter hin, auch wenn es dich jedes Mal ein Stück Kraft kostet, das du danach nirgendwo mehr wiederfindest.
Denn du hast das Gefühl, alle Last der Welt auf deinen Schultern zu tragen. Manchmal überwältigt dich diese Hoffnungslosigkeit so sehr, dass du weinen musst.
Das Zermürbende daran ist nicht die einzelne Nachricht. Es ist die Dauerhaltung, für alles auf der Welt mitverantwortlich zu sein, obwohl du an den wenigsten Dingen davon etwas ändern kannst.
Lass die Nachrichten hin und wieder komplett aus. Einen Tag pro Woche.
Die Welt dreht sich weiter, mit oder ohne deine Aufmerksamkeit.
Geh stattdessen in die Natur, umarme einen Baum, denn er gibt dir mit Sicherheit Trost.
Oder du erlaubst dir, laut deinen Schmerz rauszuschreien. Hab keine Scheu dabei, zu fluchen und so richtig wütend zu werden. Auf alles und jeden.
Let it out! Du wirst die Erleichterung sofort spüren.